„Zeitschichten“ 49. Kunstausstellung des ost-west-forum Gut Gödelitz e. V. mit Malerei und Grafik der Künstlerin Christiane Latendorf

Alten Schäferei, Gut Gödelitz, Eröffnung am 7. September 2019 um 18:00 Uhr, Laudatio von Professor Wendelin Szalai

Christiane Latendorf ©Privatfoto

Christiane Latendorf stammt aus Anklam. Nach ihrer Schulzeit hat sie Apothekenfacharbeiterin gelernt. Dem folgte in Leipzig ein Studium zur Pharmazie-Ingeneurin. Parallel dazu hat sie an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst ein Abendstudium absolviert. Von 1992 bis 1997 war sie Studentin an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Sie hat mit einem Diplom für Malerei und Grafik abgeschlossen.

Christiane Latendorf lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Dresden. Arbeiten von ihr waren bereits auf vielen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Die alphabetische Liste der Orte reicht von Anklam über Berlin und Sankt Petersburg bis Zürich. Studienreisen haben sie nach Ägypten, Äthiopien, Georgien, Indien, Italien und Russland geführt. Nach Indien fährt sie seit fast 20 Jahren immer wieder. Christiane Latendorf malt und zeichnet gegenständlich, aber nicht real-naturalistisch.

Dach über dem Kopf © Christiane Latendorf

Ihre Formensprache ist vielfältig. Sie besteht jedoch nicht im Abmalen dessen, was sie vor sich sieht. Der bei unseren Ausstellungseröffnungen bereits mehrfach zitierte Satz von Caspar David Friedrich, dass der Maler nicht nur das malen soll, was er vor sich sieht, sondern auch das, was er in sich sieht, passt sehr gut zur Arbeitsweise von Christiane Latendorf. Ihre Bilder scheinen das Ergebnis eines inneren Sehens zu sein, gewissermaßen abgemalte innerer Bilder. In seinem wunderbaren Büchlein „Der kleine Prinz“ formuliert Antoine de Saint-Exypéry einen Satz, der die Kunst von Christiane Latendorf trefflich charakterisiert: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Bei ihren Bildern hat man den Eindruck,  dass sie sowohl wie ein Kind mit reinem Herzen als auch wie ein Philosoph oder Guru mit tiefer Weisheit auf unsere Welt, unser Leben, unseren Alltag schaut  –  und dann in kleinen, einfachen Bildern Großes und Tiefes ausdrückt: Freude und Trauer, Hoffnung und Angst, Geborgenheit und Einsamkeit, Leben und Tod.

Ihre Formensprache ist vielfältig. Sie besteht jedoch nicht im Abmalen dessen, was sie vor sich sieht. Der bei unseren Ausstellungseröffnungen bereits mehrfach zitierte Satz von Caspar David Friedrich, dass der Maler nicht nur das malen soll, was er vor sich sieht, sondern auch das, was er in sich sieht, passt sehr gut zur Arbeitsweise von Christiane Latendorf. Ihre Bilder scheinen das Ergebnis eines inneren Sehens zu sein, gewissermaßen abgemalte innerer Bilder. In seinem wunderbaren Büchlein „Der kleine Prinz“ formuliert Antoine de Saint-Exypéry einen Satz, der die Kunst von Christiane Latendorf trefflich charakterisiert: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Bei ihren Bildern hat man den Eindruck,  dass sie sowohl wie ein Kind mit reinem Herzen als auch wie ein Philosoph oder Guru mit tiefer Weisheit auf unsere Welt, unser Leben, unseren Alltag schaut  –  und dann in kleinen, einfachen Bildern Großes und Tiefes ausdrückt: Freude und Trauer, Hoffnung und Angst, Geborgenheit und Einsamkeit, Leben und Tod.

Ihre Formensprache ist vielfältig. Sie besteht jedoch nicht im Abmalen dessen, was sie vor sich sieht. Der bei unseren Ausstellungseröffnungen bereits mehrfach zitierte Satz von Caspar David Friedrich, dass der Maler nicht nur das malen soll, was er vor sich sieht, sondern auch das, was er in sich sieht, passt sehr gut zur Arbeitsweise von Christiane Latendorf. Ihre Bilder scheinen das Ergebnis eines inneren Sehens zu sein, gewissermaßen abgemalte innerer Bilder. In seinem wunderbaren Büchlein „Der kleine Prinz“ formuliert Antoine de Saint-Exypéry einen Satz, der die Kunst von Christiane Latendorf trefflich charakterisiert: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Bei ihren Bildern hat man den Eindruck,  dass sie sowohl wie ein Kind mit reinem Herzen als auch wie ein Philosoph oder Guru mit tiefer Weisheit auf unsere Welt, unser Leben, unseren Alltag schaut  –  und dann in kleinen, einfachen Bildern Großes und Tiefes ausdrückt: Freude und Trauer, Hoffnung und Angst, Geborgenheit und Einsamkeit, Leben und Tod.

„Drahtseilakt“© Christiane Latendorf

Dieser Künstlerin gelingt das Einfache, das so schwer zu machen ist. Ihre reiche und oft auch symbolische  Bildsprache lädt in besonderer Weise zum deutenden Sehen ein. Der Raum für unsere Phantasie scheint dabei unbegrenzt zu sein. Zumindest für ausgewählte Bilder sollten wir uns Zeit nehmen und dem nachspüren, was wir in ihnen sehen – und vielleicht auch in uns selbst.

Christiane Latendorf hat ihrer Gödelitzer Ausstellung den Titel „Zeitschichten“ gegeben. Dieses Wort dürfte bei uns ganz unterschiedliche Assoziationen hervorrufen: Bei unseren Veranstaltungen in  Gödelitz befinden wir uns im gleichen  „Jetzt“, in der gleichen gemeinsamen Gegenwart. Aber wir unterscheiden uns zeitlich durch unsere Vergangenheiten. Das Wort Früher beinhaltet für jeden und jede von uns Unterschiedliches. Es weckt in uns unterschiedliche Erinnerungen. Ein Achtzigjähriger trägt in sich viel mehr und ganz andere Zeitschichten als die jungen Leute im selben Raum. Sein „Früher“, seine gelebte und erlebte Zeit ist nicht nur länger, sondern auch mit mehr und mit anderen Erlebnissen angefüllt. Jeder und jede von uns hat eine ganz einmalige und unverwechselbare Lebensgeschichte, eine individuelle Biografie. Zeitschichten sind gewissermaßen übereinander gestapelt. Frühere Zeitschichten beeinflussen spätere. Unsere Vergangenheit  wirkt in unsere Gegenwart hinein. Weil wir in der gleichen Gegenwart mit unseren unterschiedlichen Vergangenheiten leben, unterscheiden sich auch unsere Erwartungen, unsere Hoffnungen und Befürchtungen für das Kommende, für das „Später“, für die Zukunft.

Lesen © Christiane Latendorf

Im Leben eines Menschen sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, sind Früher, Heute und Später eng verwoben. In den Biografiegesprächen unseres Bürgervereins schaut man aus der gleichen Gegenwart auf die Zeitschichten ungleicher Vergangenheiten zurück. Dadurch lernt man sich besser kennen, versteht man sich besser und kann gemeinsam nach verantwortbaren zukunftsfähigen Wegen suchen. Aber nicht nur unsere kleinen Lebensgeschichten, sondern auch die große Geschichte und Politik können besser verstanden und verantwortungsbewusster gestaltet werden, wenn die Prägungen großer Menschengruppen und ganzer Staaten durch unterschiedliche Zeitschichten, durch die jeweiligen Vergangenheiten, Berücksichtigung finden…

Christiane Latendorf zeichnet und malt nicht nur. Sie schreibt zu ihren Arbeiten oft auch kleine Gedichte und poetische Prosa. Hier einige Zitate zum Thema ihrer Gödelitzer Ausstellung:

„Zeitschichten umarmen uns, von Generation zu Generation weitergegeben.

Fast zerquetscht werden wir von den zuvor gelebten Momenten der Ahnen….

Die Zeitschicht wird zur Treppe. Jede Stufe ein Schritt, jeder Schritt ein Maß,

jedes Maß ein Punkt, jeder Punkt die Unendlichkeit…

Nichts ist schöner als in den Zeitschichten zu tauchen und sein eigenes Dasein zu verstehen. Ich finde Vertrauen zu meinem Leben und zu anderen Wesen…

Die Ahnen geben mir die Hand.“

Die Ausstellung wird bis Ende November zu sehen sein.

(Text von Ptofessor Wendlin Szalai)