Braucht Europa mehr Mut zur Konfrontation? Vortrag und Gespräch mit I. E. Anne-Marie Descôtes

Am Sonnabend, den16. November 2019, spricht I. E. Anne-Marie Descôtes, Botschafterin Frankreichs in Deutschland um 18:00 Uhr auf Gut Gödelitz in der Alten Schäferei zu aktuellen Fragen rund um die Europäische Union.

Europa war über Jahrhunderte ein blutiges Schlachtfeld. Zwischen 1870 und 1945 führten allein Frankreich und Deutschland drei Kriege gegeneinander, mit einem immer verheerenderen Blutzoll. Erst nach 1945 konnte sich die Vernunft durchsetzen. Keine Rache der Sieger wie nach Versailles 1919, sondern der Versuch, das Gemeinsame zu finden, die Ursachen von Spannungen und Krieg zu ergründen und einen Neuanfang zu wagen.

Mit dem deutsch-französischen Freundschaftsvertrag, den Bundekanzler Adenauer und der französische Präsident Charles de Gaulle im Januar 1962 besiegelten, wurde ein neues Kapitel in der Geschichte Europas aufgeschlagen. Er bildet –ergänzt und erneuert durch den Aachener Vertrag von Januar 2019 –die Grundlage der bis heute stabilen deutsch-französischen Beziehungen, die gleichzeitig das Rückgrat des europäischen Einigungsprozesses bilden.

Die gegenwärtige Europäische Union bildet wiederum die Grundlage für das Friedensprojekt Europa mit den gemeinsamen Werten von Frieden, Freiheit, Menschenwürde, Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Dieses schöne Bild vom Friedensprojekt Europa aufrecht zu erhalten wird allerdings immer schwieriger.

Was sind die Ursachen für die zunehmende Europaskepsis oder Europafeindlichkeit? Was befördert die aufkeimende europäische Krise? Warum gelingt es immer weniger, das vereinigte Europa in breiten Kreisen der europäischen Bevölkerung auch als unsere politische und wirtschaftliche Zukunft zu vermitteln? Was sind die Reformideen des französischen Präsidenten Macron –und wie reagiert die deutsche Bundesregierung darauf? Vertritt sie eigene Reformkonzepte?

I. E. Frau Anne-Marie Descôtes, Botschafterin Frankreichs in Deutschland, ist eine der besten Kennerinnen des gesamten europäischen Projekts. Sie hat über lange Jahre an den Schaltstellen französischer Europapolitik beratend und gestaltend mitgewirkt und ist nicht ohne Grund 2017 von Präsident Macron zur französischen Botschafterin in Deutschland ernannt worden. Es ist uns eine große Freude, Frau Botschafterin Descôtes als Gesprächspartnerin gewonnen zu haben.

I. E. Anne-Marie Descôtes
Zur Person:
  • Botschafterin Anne-Marie Descôtes ist Absolventin der École normale supérieureund der École nationale d’administration(Jahrgang Saint-Exupéry). Sie studierte Germanistik (DEA, agrégation) und Kunstgeschichte (licence).
  • Im Anschluss an ihr Studium an der ENS war sie zwei Jahre als Deutschlehrerin tätig und arbeitete drei Jahre als Kulturattachée in der französischen Botschaft in Bonn(1987-1990).
  • Nach ihrem Studium an der ENA wurde Frau Descôtes ins Außenministerium berufen und war dort von 1994 bis 1997 zunächst vorrangig für EU-Außenbeziehungen und dann in der Abteilung für europäische Zusammenarbeit für EU-Innenangelegenheiten verantwortlich, bevor sie Fachberaterin im persönlichen Beraterstab des Ministers für europäische Angelegenheiten, Pierre Moscovici, wurde (1997-2001).Von 2001-2005 war sie als Fachberaterin für die EU-Erweiterung, Mittel-und Südosteuropa bei der Ständigen Vertretung Frankreichs bei der Europäischen Unionin Brüssel tätig. Sie war Beraterin für Europafragen und die ehemalige UdSSR in Washington (2005-2008) und anschließend, von 2008 bis 2013, Direktorin der Agentur für das französische Auslandsschulwesen (AEFE).
  • Als Leiterin der Generalabteilung Globalisierung, Kultur, Bildung und internationale Entwicklung im französischen Außenministerium war sie 2013-2017 für das Netzwerk der Generaldirektion, seine Akteure und Partner verantwortlich sowie für deren Einsatz im Dienste der Wirtschafts-und Einflussdiplomatie, der Umwelt und der nachhaltigen Entwicklung.
  • Anne-Marie Descôtes ist seit dem 6. Juni 2017 Botschafterin Frankreichs in Deutschland
Wichtig:

Um Anmeldungen wird gebeten! Telefonisch unter 034325/20434 oder per E-Mail: info@ost-west-forum.de. Die Kosten für die Veranstaltungund den Empfang belaufen sich auf 10,00 Euro pro Person für Mitglieder des ost-west-forums Gut Gödelitz e.V., für Nichtmitglieder 15,00 Euro.

Vorankündigungen:

Am Sonntag den 17. Novemberfindet auf Gut Gödelitz um 17 Uhr das zweite Kammerkonzert des Mittelsächsischen Theaters Freiberg unter dem Titel „Gestrichen drei bis vier“ statt. Es werden Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Felix Mendelssohn Bartholdy präsentiert.

Am Sonnabend, den 7. Dezember 2019 um 18.00Uhr wird der Journalist und Buchautor Franz Alt Gedanken und Überlegungen zu der These „Ethik ist wichtiger als Religion“ vorstellen. Weiterhin wird am 7. Dezember die nächste Ausstellung mit Werken aus Malerei und Grafik der Künstlerin Victoria Graf eröffnet. Die aktuelle Ausstellungzeigt Arbeiten der Künstlerin Christiane Latendorf.